02.11.2015 07:28

Betriebsoptimierung durch Nachrüstung innovativer Wärmerückgewinnungsanlagen

Am 28.-29.10.2015 gab sich das „Who is Who“ der österreichischen Biomasseszene in der Försterschule Bruck an der Mur ein Stelldichein.

Unter dem Motto „Kreisläufe schließen“ wurden am Tag 1 von namhaften Referenten über verschiedenste Aspekte rund um das Thema Erneuerbare Energien gesprochen.

Tag 2 stand traditionell im Fokus der Heizwerkebetreiber. So wurden unter anderem Erfahrungsberichte über Photovoltaik, Wärmepumpen, Solarenergie und über die Holzvergasertechnik vorgestellt. Robert Pretzl schloss den Kreis, indem er über „Betriebsoptimierungen durch Nachrüstung innovativer Wärmerückgewinnungsanlagen“ berichtete. Eine Besichtigung des Heizwerkes Bruck an der Mur rundete diese sehr gelungene Veranstaltung mit weit über 300 Teilnehmern ab.

Vorteile beim Einsatz von Wärmerückgewinnungsanlagen

Billiges Öl aus dem Nahen Osten verursacht Kriege, Krisen und vor allem enorme Kosten für den Westen. Bereits im Krisenjahr 2009 war der Ölpreis ähnlich wie 2015 auf einem Rekordtief von ca. 50 €/MWh. Drei Jahre später hatte er sich mit 90 €/MWh fast verdoppelt. Es ist also naheliegend, dass auf das aktuelle Tief bald wieder ein massives Hoch folgt. Dem gegenüber stehen die weitgehend stabilen Preise heimischer, erneuerbarer Energieträger und Fernwärme.

Sinnvoll eingesetzte Wärmerückgewinnungsanlagen leisten ihren Beitrag zur Reduzierung unserer Energieimporte und stärken damit die Wirtschaftlichkeit bestehender Standorte.

Vorteile für den Betreiber & für die Umwelt

  • Zusätzliche Nutzwärme
  • Erhöhung des thermischen Wirkungsgrades
  • Brennstoffeinsparung
  • Förderbar
  • Verwendung von feuchtem Brennstoff möglich – ja sogar gewünscht
  • Bei richtiger Auslegung Amortisation innerhalb weniger Jahre
  • Weniger fossile Energieträger werden verheizt
  • CO2-Emissionen werden reduziert
  • Zusätzliche Entstaubung
  • Weniger Brennstofftransporte notwendig
  • Entschwadung möglich

Wie kann der Heizbetrieb mit innovativen Ansätzen optimiert und der Gesamtwirkungsgrad gesteigert werden?

Klassische Rauchgaskondensationsanlagen hinter Biomassefeuerungen gibt es in Österreich seit ca. 25 Jahren. Meistens sind diese zwei- oder dreistufig aufgebaut: ECO, KONDENSATOR und LUVO. Auch Wäschersysteme mit indirekter Wärmeauskopplung wurden gebaut.

Die Innovation besteht nicht in der Neuerfindung dieser Anlagen, sondern vor allem darin, dass diese intelligenter gebaut und in die bestehende oder neu entstehende Infrastruktur eingebunden werden. In jedem Fall spielen neben der Fixierung der richtigen Rauchgasdaten auch die örtlichen Gegebenheiten sowie die netzseitigen Prozessparameter eine wichtige Rolle bei der Dimensionierung und Einplanung.

 

Durch Einsatz höherwertiger Edelstahl-Qualitäten werden die Wärmetauscher betriebssicherer, wenn die Betriebsbedingungen vom Auslegungspunkt abweichen.

Robuste, dichtgeschweißte LUVOs verhindern Undichtigkeiten und können auch bei hohen Rauchgastemperaturen angewendet werden. Weiters ist es möglich, durch einen hohen werkseitigen Vorfertigungsgrad die Montage und Inbetriebnahmedauer und somit auch die Kosten entsprechend zu reduzieren. Innovative Rauchgasführungen und Bypassschaltungen ermöglichen auch den Einbau an scheinbar unmöglichen Positionen. Durch Kombination mit Wärmepumpensystemen können die Wirkungsgrade beachtlich gesteigert werden.

Anhand ausgeführter Anlagen werden verschiedene Aufbauten erläutert. Schließlich wird auch darauf eingegangen, wie ungenutzte Abwärme aus Industriebetrieben in traditionelle Nahwärmeversorgungen eingebunden werden kann. 

19. Österreichischer Biomassetag

+43 7713 50260